3 Kritische Mythen zu Second Hand & Vintage

3 Kritische Mythen zu Second Hand & Vintage

Wir hören immer wieder einige Gerüchte rund um den Verkauf von Second-Hand Kleidung. Im Folgenden möchten wir daher die drei uns am häufigsten begegnenden aufklären:

1. Der Second Hand Mainstream nimmt Bedürftigen die Kleidung weg.

 

Dieser Mythos begegnet uns tatsächlich öfter und lässt sich sogar von mehreren Seiten auflösen. Da wäre zu einen die schiere Größe des Second-Hand Markets: Allein in Deutschland fallen jedes Jahr über 1.000.000 Tonnen Altkleider an, von welchen 54% in ihrer ursprünglichen Form verwertet werden können. Das heißt, sie können ohne weitere Bearbeitung direkt wieder verkauft oder gespendet werden. (1)

Grade im wohlhabenderen wirtschaftlichem Westen findet sich jedoch kein dementsprechender Absatzmarkt, weshalb eine große Menge dieser Kleidung exportiert, oder letztendlich doch anderweitig verwertet werden muss. (2) Auch die Menge an Second-Hand Kleidung welche in  den Umlauf gerät nimmt Momentan durch kürzere Tragedauer und erhöhten Konsum stark zu. Allein durch die Dimension des Marktes lässt sich also bereits nicht von einer Konkurrenz um Kleidung sprechen. 

Neben diesem Überangebot an Kleidung komm auch noch hinzu, dass Soziale Kaufhäuser Ihre Kleidung aus anderen Quellen beziehen als dies der klassische Zweitmarkt tut - Meist stammt die dort erhältliche Kleidung aus privaten Spendensammlungen oder aus Vor-Sortierungen der Sammlungen des DRK oder Ähnlichem. (3)

Anschließend fällt auch noch ein weiterer Trend auf, welcher diesem Mythos entgegensteht: Bei Fast-Fashion Anbietern wie Primark lässt sich ein neuwertiges T-Shirt bereits für einen Preis von 2,30€ erwerben, da halten selbst die meisten Sozialkaufhäuser zum Unkostenpreis leider nicht mehr mit. Der Second-Hand Laden als Anlaufstelle für Bedürftige ist also bereits durch die globalen Wirtschaftsketten der Fast-Fashion Industrie größtenteils abgelöst worden. (4)

2. Wie soll Second-Hand ohne Neuware funktionieren?

 

Um getragene Kleidung anbieten zu können muss doch neue Kleidung produziert werden? Diese Frage hört sich ja zunächst sehr logisch an, ist aber bei genauerer Betrachtung gar nicht mehr so relevant. Mit der sich momentan im Umlauf befindenden Kleidung könnte sich jeder Mensch der Erde für 5 Jahre täglich mit einem neuen Kleidungsstück bekleiden. (5)

Selbstverständlich ist auch diese Menge irgendwann erschöpft, aber Neuware ist eben nicht gleich Neuware. Mit nachhaltiger langlebiger Kleidungsproduktion könnte auch noch eine deutlich Längere Second-Hand Laufbahn für Kleidung entstehen und die Relevanz von Neuware so noch weiter abnehmen. Durch abnehmende Qualität hat sich in Deutschland die Tragedauer von Kleidung in den letzte 15 Jahren halbiert (2), Second-Hand und auf Second-Hand ausgelegte Neuware wären in der Lage diesen trend umzukehren.

3. Second-Hand ist immer günstiger als Neuware.

 

Da Second-Hand Ware ja bereits zuvor besessen wurde sollte sie erwartungsgemäß im zweiten Handelszyklus günstiger sein. Tatsächlich wollen wir dieser Annahme auch nicht im generellen widersprechen, wir müssen sie aber in unserem handeln differenzierter betrachten. Vergleichen wir zum Beispiel das zuvor genannte T-Shirt von Primark mit einem T-Shirt in unserem Onlineshop: Für ein solches T-Shirt zahlen wir bereits im Ankauf mehr als Primark im Verkauf für dieses Shirt haben möchte. Hinzu kommt dann für uns, dass alle Pieces welche durch uns verkauft werden Unikate sind. Also muss jedes Kleidungsstück einen Klassifizierungs-, Vermessungs- und Bügel/Waschprozess durchlaufen, was einen deutlich höheren Zeitaufwand bedeutet und somit eben auch zusätzliche Kosten. Ein Vergleichbares T-Shirt würde also allein zu unserem Unkostenpreis bereits ein vielfaches des Primark Verkaufspreises kosten. 

Jedoch haben grade Vintage Pieces meist auch eine deutlich höhere Qualität als vergleichbare neuwertige Kleidungsstücke, da sich Materialien und Herrstellungsprozesse in den letzten Jahren nur zugunsten von Fast-Fashion und günstigeren Preisen entwickelt haben.

 

 

Quellen:

(1) https://www.bvse.de/themen/geschichte-des-textilrecycling/zahlen-zur-sammlung-und-verwendung-von-altkleidern.html

(2) https://greenwire.greenpeace.de/system/files/2019-04/s01951_greenpeace_report_konsumkollaps_fast_fashion.pdf

(3) https://www.drk.de/spenden/spenderservice/spendentransparenz-spenderservice/kleidersammlung/

(4) https://www.welt.de/icon/mode/article230737971/Secondhand-wird-Luxus-was-ist-so-schlimm-daran.html

(5) https://www.commonobjective.co/article/volume-and-consumption-how-much-does-the-world-buy

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