Sind wir jetzt en Vogue?

Sind wir jetzt en Vogue?

© Foto: Delali Ayivi, Styling: Chantal Sackey 


Es ist einer dieser Dienstage, an denen man froh ist, dass man den Montag überlebt hat. Kurz nach 8 Uhr morgens setzte ich mich hin, bereit, die Sendungen von gestern Abend vorzubereiten, während ich unsere internen Marketing-KPIs überprüfte. 1. Kaffee, 2 Gähnen und 3 neue Aufträge später sank ich glücklich in meinen Stuhl.

Worauf haben Sie in diesen Momenten keine Lust? Genau - telefonieren. Und natürlich kam einer in der Sekunde, in der ich meine ersten Aufgaben erledigt hatte. "+44..." erschien auf meinem Display. "Aus England?", denke ich. Na gut, dann machen wir das auch.


Michel: "Michel Oldehaver, wie kann ich Ihnen helfen?" *nicht so freundlich wie ich es klingen lassen wollte*

Anrufer: "Hier spricht Delali, ich wollte fragen, ob Sie mir für einen Dreh morgen einen Presseausweis ausstellen können.
Michel: "Okay ja machen wir, Delali. Wo möchtest du das Projekt veröffentlichen?"

Delali: "Ah sorry, das Editorial wird voraussichtlich auf Vogue Deutschland online erscheinen.

*Pause

Michel: "Ja, ooookay. Machen wir auch..." (keine Ahnung was sonst dazu sagen soll)

 

Ich in die Runde: "Hey, unsere Stücke wurden für ein mögliches Feature in der Vogue Deutschland angefragt!" - Der Satz ging mir durch den Kopf, bevor ich realisierte, was gerade passiert war. Eine Stunde später, klingelt das Telefon nochmal.


Esme: "Hi, hier ist Esme. Ich habe Ihnen gerade unsere Auswahl geschickt, wir sind in etwa fünf Minuten da."

Wir rennen zum Lager und beginnen, die gewünschten Stücke aus unserem Bestand zu suchen. Hintergrund: Ein junges Team von Kreativen aus Deutschland und Großbritannien möchte unsere Kleidung präsentieren - für ein Editorial, das auf Vogue Germany Online erscheint.

Die Fotogeschichte "Heimat" wurde am 23.04.2021 in der Vogue Deutschland veröffentlicht. Wir freuen uns, das Shooting mit einem kleinen Beitrag unterstützt zu haben.

Jetzt überlassen wir den Erschaffern den verdienten Raum:

“Heimat” kann schöne Gefühle hervorrufen, ist aber kein einfacher oder unschuldiger Begriff. Für viele Schwarze Menschen in Deutschland bedeutet “Heimat” eine Wirklichkeit zwischen Familiarität und Anfechtung der eigenen Daseinsberechtigung. Es geht darum, visuelle Verknüpfungen mit dem Heimatbegriff zu hinterfragen und mit neuen Bildern zu besetzen. Von der Community, für die Community. “Reflexionen zur Heimat” veranschaulicht den Stolz, einer Community anzugehören, welche im Kontext der deutschen Geschichte und Gegenwart meist unsichtbar bleibt.
© Foto: Delali Ayivi, Styling: Chantal Sackey

Über die Initiatorinnen:

Delali Ayivi ist eine togolesisch-deutsche Fotografin, die derzeit in London lebt. Mit ihrer Arbeit möchte sie zu einer vielfältigen Darstellung von Schwarzen Identitäten beitragen. Im letzten Jahr  wurde Delali als Teil der “It's Nice That – Graduates 2020“ und kürzlich mit dem ”Foam Talent"-Preis 2021 ausgezeichnet.

Chantal Sackey arbeitet als Journalistin und Stylistin. Die Afro-Deutsche mit Wurzeln in Togo beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Themen der Identität und Repräsentation und möchte Räume für die nächste Generation und aufstrebende Talente aus der Community schaffen. Im gemeinsamen Projekt "Reflexionen zur Heimat" in Zusammenarbeit mit Delali Ayivi geht es um ihre Kindheitserinnerungen und Erfahrungen, die man also Afro-Deutsche(r) in Deutschland erlebt. In ihren "Brief an die Community" geht es um Mut, Liebe und vor allem Zusammenhalt.

 

Credits:

Photography: Delali Ayivi
Styling: Chantal Sackey 
Set Design: Bubby Nurse 
Production: Esme Plumb 
Hair & Make-up: Latisha Nicholson (unter Verwendung von Narsissist Make-up), Amy Brxwn 
Hair: Nancy Pokuah 
Camera Operation & Lighting Direction: Barry Oppong @elbpicturez
Camera & Lighting Assistance/BTS Photography: David Bawa @elbpicturez
Fashion Assistance: Eda Cakirci, Collins Folarin 
Supervising Physician/Covid-19 Hygiene Concept: Dr. med. Clara Schlaich

Special Thank You an AFROTOPIA Centre Hamburg und Dr. phil. Christian Kodzo Ayivi dafür, dass Sie uns und unserer Gemeinschaft einen Raum zur Verfügung stellen, in dem wir zusammenkommen und etwas schaffen können.

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